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Es spielten:Lothar SchulzReinhard Backer Gabi Heuer Karola Meißner Sabine Palmer Hildegard Braun Susanne Herbers Ralf Bausneick Ingrid Radlanski
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Schöne Beine hat sie - und nicht nur das: die charmante und manchmal auch
hemmungslose Judy, munter und spritzig gespielt von Susanne Herbers. Dazu eine
gehörige Portion Beharrlichkeit, um ihr Ziel zu erreichen: den angebeteten
Geoffrey den Armen seiner Verlobten zu entreißen und an den eigenen Herd zu
locken. "Wo die Liebe hinfällt" - so lautet der Titel des Stückes, das die
Theatergruppe "Hainhölzer Rampe" im Gemeindehaus der St. Marien-Kirchengemeinde
aufführte. Ein munteres Spiel um die Tücken der Liebe und die Schwierigkeit, in
den richtigen (Ehe-) Hafen einzulaufen.
Was Lothar Schulz in der Rolle des Geoffrey Cooper vorführt, entspricht zwar
nicht seiner bekannten Art, Probleme ruhig und nüchtern zu lösen, aber es wirkt
in sich geschlossen und überzeugend. Es ist ja auch ein bisschen viel, was da
auf den überarbeiteten Gebrauchsgraphiker einstürmt: Seine Verlobte Stella (Gabi
Heuer) fürchtet, seine Liebe zu ihr sei erkaltet, weil er sich ein paar mal von
seinem besten Freund Ken (Reinhard Backer) bei abendlichen Verabredungen hat
vertreten lassen. Der gesteht ihm dann auch bald, er habe sich in Stella
verliebt, und das vier Wochen vor der Hochzeit mit Geoffrey. Nachdem er sich
zehn Jahre nicht mehr hat blicken lassen, taucht Geoffrey's Vater Martin
unangemeldet auf, sehr überzeugend gespielt von Ralf Bausneick. Äußerlich ist
der Schauspieler perfekt zum Vater gealtert, aber innerlich ist er jung
geblieben, wie sich unschwer an seinem Verhältnis zu Frauen - auch jüngeren -
ablesen lässt. Er fürchtet, seine Lebensgefährtin Frau Sawyer (Sabine Palmer)
könne Geoffrey besuchen und dabei erfahren, daß Geoffrey's Vater längst
geschieden ist. Denn noch einmal heiraten - das will er nicht. Prompt kommt
Geoffrey's Mutter dazu, gespielt von Ingrid Bor.gemehn. Die Darstellerin hat ihr
sportliches Flair abgelegt und wirkt als Hutmacherin ausgesprochen elegant. Ihre
Gedanken und Gefühle geraten schnell genauso in Unordnung wie die Utensilien in
ihrer Handtasche. Hat man das sonst schon mal bei ihr erlebt? Sie verliebt sich
noch einmal in ihren früheren Mann, und der sucht schließlich sein Heil in der
Flucht. Vorher treffen in Geoffrey's Wohnung allerdings noch die Geliebte von
Geoffrey's Vater und seine Ex-Frau zusammen, und der Scheidungsschwindel kommt
ans Licht. Geoffrey's Vater wird als notorischer Schwindler entlarvt. Wen
wundert es angesichts dieser Turbulenzen noch, dass man auch in London den
Hannoverschen "Schädelspalter" liest. Praktische Unterstützung findet Geoffrey
bei der Hausmeisterin Sarah Laycock. Sie ist wie eine Mutter zu ihm, wechselt
die Handtücher, räumt Gläser und Flaschen zusammen und schwärmt vom Glück am
Hochzeitstag - jedenfalls beim ersten Mal. Ihren Mann Henry behandelt sie
weniger zuvorkommend. Der hat zu tun, was sie ihm sagt, und wenn das zu lange
dauert, schreit sie hinter ihm her. Henry ist deshalb auch derjenige, d Geoffrey
gratuliert als seine Hochzeit zu platzen droht. Karola Meißner und Hildegard
Braun stellen dieses Hausmeisterehepaar dar. Karola Meißner agiert so, wie
Wennebostel-Fahrer kennen. Bei Hildegard Braun erleben gekonnt die Wandlung vom
Pantoffelhelden zur aufmüpfigen Emanzipierten. Für viel Aufregung in all der
Zeit sorgt besagte Judy, d Photomodell aus der Etage unter Geoffry Wenn Geoffrey
Besuch bekommt, ist sie meistens schon da. Das fällt nicht nur seiner Verlobten
Stella auf; und sorgt für eine Men, Missverständnisse.
Das ausgezeichnete Bühnenbild hat die erste Aufführung gut überstanden. Die
Konstruktion erlaubt es, dass auch mal jemand mit der Tür ins Haus fällt.Das
Publikum war hingerissen von der schauspielerischen Leistung des Ensembles. Viel
Szenenapplaus. Lang anhaltender Beifall am End Ein schöner Abend.