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Aufführungen 1989

Aufführungen 1989:

„Wo die Liebe hinfällt“

von Michael Brett 

 

Es spielten:

 

Lothar Schulz

Reinhard Backer

Gabi Heuer

Karola Meißner

Sabine Palmer

Hildegard Braun

Susanne Herbers

Ralf Bausneick

Ingrid Radlanski

 

  

Schöne Beine hat sie - und nicht nur das: die charmante und manchmal auch hemmungslose Judy, munter und spritzig gespielt von Susanne Herbers. Dazu eine gehörige Portion Beharrlichkeit, um ihr Ziel zu erreichen: den angebeteten Geoffrey den Armen seiner Verlobten zu entreißen und an den eigenen Herd zu locken. "Wo die Liebe hinfällt" - so lautet der Titel des Stückes, das die Theatergruppe "Hainhölzer Rampe" im Gemeindehaus der St. Marien-Kirchengemeinde aufführte. Ein munteres Spiel um die Tücken der Liebe und die Schwierigkeit, in den richtigen (Ehe-) Hafen einzulaufen.
Was Lothar Schulz in der Rolle des Geoffrey Cooper vorführt, entspricht zwar nicht seiner bekannten Art, Probleme ruhig und nüchtern zu lösen, aber es wirkt in sich geschlossen und überzeugend. Es ist ja auch ein bisschen viel, was da auf den überarbeiteten Gebrauchsgraphiker einstürmt: Seine Verlobte Stella (Gabi Heuer) fürchtet, seine Liebe zu ihr sei erkaltet, weil er sich ein paar mal von seinem besten Freund Ken (Reinhard Backer) bei abendlichen Verabredungen hat vertreten lassen. Der gesteht ihm dann auch bald, er habe sich in Stella verliebt, und das vier Wochen vor der Hochzeit mit Geoffrey. Nachdem er sich zehn Jahre nicht mehr hat blicken lassen, taucht Geoffrey's Vater Martin unangemeldet auf, sehr überzeugend gespielt von Ralf Bausneick. Äußerlich ist der Schauspieler perfekt zum Vater gealtert, aber innerlich ist er jung geblieben, wie sich unschwer an seinem Verhältnis zu Frauen - auch jüngeren - ablesen lässt. Er fürchtet, seine Lebensgefährtin Frau Sawyer (Sabine Palmer) könne Geoffrey besuchen und dabei erfahren, daß Geoffrey's Vater längst geschieden ist. Denn noch einmal heiraten - das will er nicht. Prompt kommt Geoffrey's Mutter dazu, gespielt von Ingrid Bor.gemehn. Die Darstellerin hat ihr sportliches Flair abgelegt und wirkt als Hutmacherin ausgesprochen elegant. Ihre Gedanken und Gefühle geraten schnell genauso in Unordnung wie die Utensilien in ihrer Handtasche. Hat man das sonst schon mal bei ihr erlebt? Sie verliebt sich noch einmal in ihren früheren Mann, und der sucht schließlich sein Heil in der Flucht. Vorher treffen in Geoffrey's Wohnung allerdings noch die Geliebte von Geoffrey's Vater und seine Ex-Frau zusammen, und der Scheidungsschwindel kommt ans Licht. Geoffrey's Vater wird als notorischer Schwindler entlarvt. Wen wundert es angesichts dieser Turbulenzen noch, dass man auch in London den Hannoverschen "Schädelspalter" liest. Praktische Unterstützung findet Geoffrey bei der Hausmeisterin Sarah Laycock. Sie ist wie eine Mutter zu ihm, wechselt die Handtücher, räumt Gläser und Flaschen zusammen und schwärmt vom Glück am Hochzeitstag - jedenfalls beim ersten Mal. Ihren Mann Henry behandelt sie weniger zuvorkommend. Der hat zu tun, was sie ihm sagt, und wenn das zu lange dauert, schreit sie hinter ihm her. Henry ist deshalb auch derjenige, d Geoffrey gratuliert als seine Hochzeit zu platzen droht. Karola Meißner und Hildegard Braun stellen dieses Hausmeisterehepaar dar. Karola Meißner agiert so, wie Wennebostel-Fahrer kennen. Bei Hildegard Braun erleben gekonnt die Wandlung vom Pantoffelhelden zur aufmüpfigen Emanzipierten. Für viel Aufregung in all der Zeit sorgt besagte Judy, d Photomodell aus der Etage unter Geoffry Wenn Geoffrey Besuch bekommt, ist sie meistens schon da. Das fällt nicht nur seiner Verlobten Stella auf; und sorgt für eine Men, Missverständnisse.
Das ausgezeichnete Bühnenbild hat die erste Aufführung gut überstanden. Die Konstruktion erlaubt es, dass auch mal jemand mit der Tür ins Haus fällt.Das Publikum war hingerissen von der schauspielerischen Leistung des Ensembles. Viel Szenenapplaus. Lang anhaltender Beifall am End Ein schöner Abend.







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